Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

Aufgabe des Tierschutzes ist es, Tieren ein besseres und artgerechtes Leben zu ermöglichen. Dazu zählen Hunde, Katzen und andere Haustiere, die Sie in den Tierheimen so aufopferungsvoll umsorgen. Aber auch unzählige landwirtschaftlich genutzte Tiere – wie Rinder, Schweine, Hühner, Puten oder Gänse – sind mehr denn je auf unseren Schutz angewiesen.

Viel zu häufig wird in ihnen nur das Produkt gesehen, das sie liefern sollen: Fleisch, Milch und Eier. Dass auch sie liebenswerte Individuen mit eigenen Bedürfnissen sind, wird in der industriellen Landwirtschaft schlichtweg übersehen oder mutwillig ignoriert. Neugeborene Kälber werden ihren Müttern entrissen, Sauen müssen ihre Jungen eingepfercht in Kastenständen zur Welt bringen, Puten und Masthühner sind so überzüchtet, dass sie vor lauter Brustfleisch nicht mehr aufrecht stehen können. Kälbern werden die Hornanlagen ausgebrannt und Ferkeln die Eckzähne abgeschliffen. All das ohne Betäubung, nur um sie einem Haltungssystem anzupassen, in dem ihre natürlichen Verhaltensweisen keinerlei Berücksichtigung finden. Die Debatte um eine Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration, die eigentlich ab 2019 verboten sein sollte, zeigt, dass die Politik nicht in der Lage ist, sich an das eigens ausgerufene Staatsziel Tierschutz zu halten. Umso mehr müssen Tierschützer*innen und Verbraucher*innen zeigen, dass sie auf der Seite der Ungehörten und Ausgebeuteten, auf der Seite der Tiere stehen.

Wie Sie wissen, setzen wir uns unermüdlich dafür ein, die Bedingungen der Tiere in der Landwirt-schaft zu verbessern. Gleichzeitig möchten wir mit unserer Abteilung Veganismus einen Weg aufzeigen, der der direkteste Weg zu mehr Tierschutz ist. Ein Weg zu fairem Konsum, zu einer nachhaltigen Lebensweise. Mehr dazu lesen Sie in diesem Sonder-Tierschutztelegramm.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Weg mit uns gemeinsam gehen! Bei Fragen oder Anregungen zum Thema Veganismus erreichen Sie die Kolleginnen und Kollegen über redaktion@tierschutzbund.de.

In tierschützerischer Verbundenheit

Thomas Schröder
Präsident des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

Wir geht’s zum Tierschutztelegramm 05/2018: Tierschutztelegramm 05:18