• Name: Lilou
  • Rasse: Staffordshire Mix
  • Alter: 2017 geboren
  • Geschlecht: weiblich
  • Im Tierheim, weil: Abgabehund
  • Im Tierheim seit: 21.05.2018

Die kleine Liluo ist wirklich ein Goldstück, frisch ausgegraben, noch ohne Glanz, aber mit viel Potential ein Schmuckstück zu werden das seines gleichen sucht, sofern man so etwas sucht.

Lilou stammt aus einer etwas unglücklichen Verpaarung eines Boxerrüden mit einer Pit Bull Hündin aus einer serbischen Arenalinie. Und so tut sie sich etwas schwer das Goldstück zu sein zu dem sie das Potenzial hat. Lilou ist wahnsinnig menschenfreundlich, verliert sich aber gerne in Bewegungsreizen, von daher wäre sie schon mal nichts für Kinder. Dinge die laut sind, klein und sich schnell bewegen, machen Lilou Spaß, viel Spaß, zu viel Spaß. Sie rennt, sie schreit, sie verliert sich komplett und der Kopf geht zu.

Hunde hingegen machen Lilou keinen Spaß. Mit großen, ruhigen, taffen, intakten Rüden kommt sie ruppig aber gut klar, auch wenn sie keinen gesteigerten Wert auf sie legt. Hündinnen, Kastraten oder Kleinhunde hingegen werden, teilweise sehr ernsthaft, von ihr angegangen. Dieses Verhalten stellte sich im Alter von ca. Sechs Monaten ein, trotz bester Sozialisierung, auf die Lilous Besitzerin sehr viel Wert legte. Aber Sozialisierung ist das eine, Genetik das andere. Zu Anfang, von Welpenbeinen an, litt Lilou an stetiger Unruhe, konnte nicht abschalten, war ein kleiner Stalker. Hier hat Frauchen sehr viel erreicht. Lilou kennt das Leben als unauffälliger Bürohund, kennt und mag ihre Box zum Abschalten und kann ohne Probleme alleine bleiben. Auch Autofahren ist kein Problem.

Klingt alles toll, ist es auch, wo ist also der Haken?

Der Haken ist das Lilou und Frauchen für Lilous reizoffenes Temperament, ihre Abneigung gegen Hunde, ihr sich verlieren in Umwelteinflüssen, denkbar ungünstig zentral in Berlin wohnen. Beide kommen nicht zur Ruhe, Lilous Verhalten steigert sich von Gassigang zu Gassigang, weil die Zeit dazwischen einfach nicht ausreicht um die Hormone aus dem Kopf zu spülen. Nicht Sexualhormone, sondern die die fürs jagen, hetzen, Dinge verfolgen freigesetzt werden. Und so sitzen Lilou und Frauchen fest in einem Teufelskreis und machen sich gegenseitig unglücklich. Dazu kommt das Lilous Potential, und zwar nicht das positive, sich steigert und steigert weil sie keine Möglichkeit hat zu lernen in einer Umwelt die sie ausschließlich stresst. Ich hatte Lilou hier , eine Woche, in ruhiger Umgebung auf dem Land, und in kurzer Zeit war ihr kleiner Kopf offen und aufnahmebereit. Natürlich sind in einer Woche keine Wunder möglich, aber wir konnten ohne schreien und speicheln (beides der Hund, nicht ich) zum Beispiel auch an bellenden Hunden vorbei gehen, etwas das zu Hause kaum möglich ist.

Für Lilou suchen wir Menschen die ruhig wohnen und ruhig sind, die ihr helfen können Ruhe zu finden und bereit sind ihr zu zeigen wie das Leben funktioniert und damit an die tolle Vorarbeit von Frauchen anknüpfen. Wir suchen keine „Kampfschmuserideoligen“ die nicht bereit sind auch das negative Potential der kleinen zu sehen und als Teil von ihr anzunehmen, sondern wir suchen Freunde von Pit und Co die bereit sind einen Hund zu mögen und zu ihm zu stehen OBWOHL oder noch besser WEIL er ist was er ist. Ihr solltet nicht den Anspruch haben in großer Runde harmonisch auf der Hundewiese zu stehen, denn das zu erwarten wäre nicht fair der kleinen Lilou gegenüber.

Ihr bekommt hier einen tollen Hund mit großem Potential, aber ein Teil von ihr ist Gladiator und wird es immer sein, und das muss man wissen und managen, denn in diesem, besseren, Leben, werden keine Gladiatoren gebraucht.